Zum Thema „Russische Mentalität“

 

 

Russischer Aberglaube

 

Russen gelten als sehr abergläubisches Volk und das entspricht der Wahrheit. Russen sind abergläubisch, und zwar unabhängig von Bildung und gesellschaftlicher Stellung. Russischer Aberglaube – das ist etwas, was alle Ausländer beim Aufenthalt in Russland sofort merken und worüber sie sich wundern.

Russischer Aberglaube ist der Nachhall von Glauben und Traditionen der Altslawen, die ihrer Umwelt als komplexem System vorstellten, die von mehreren Göttern und Geistern regiert wurde.

Dieser Glaube zeigte sich in Legenden, Mythen und Sagen, deren Spuren in den russischen Sprichwörter und Märchen zu finden sind. Mythologische Gestalte den russischen Märchen – Baba Jaga, Hausgeist, Waldgeist, Wassernymphen und andere sind die Figuren, mit deren Hilfe die Altslawen die Welt und die Natur für sich zu erklären versuchten.

Freilich resultierte sich dieser Glauben in russischen Traditionen. Die alte Bräuche und Feste der Altslawen sind längst fast komplett in Vergessenheit geraten, aber die Bruchteile davon – in der Form vom Aberglaube – haben überlebt, und so weißt jeder in Russland, dass der Ehrengast mit dem Brot und Salz empfangen wird, dass die Seele des Verstorbenen 40 Tage lang nach dem Tod in unserer Welt bleibt oder dass die Frau mit leeren Eimer, die man auf dem Weg trifft, Unglück bringt.

Phänomen „Russischer Aberglaube“ interessiert wohl vielen: unter den neuen Büchern in Russland findet man z.B. „Enzyklopädie des russischen Aberglaube“. Es gibt sogar im Kaliningrad Region das Museum des russischen Aberglaubens, das im Jahr 2002 vom Künstler Michail Semionow aus eigener Initiative eröffnet wurde. In seinem Museum präsentiert er die Figuren von Baba Jaga, Hausgeist Waldgeist und anderen mythologischen Gestalte, die er selbst aus dem Holz schnitzelte.

 

 

Um die  „russische Seele“   besser verstehen zu können, sollte man vielleicht Folgendes wissen:

 

-         Vor langen Reisen setzt man sich kurz auf einen Stuhl oder Koffer. Alle Verwandten, die zu Hause sind, sollen das auch machen. Das bringt Glück für die Reise und „ebnet“ den Weg.

 

-         Wenn man etwas vergessen hat und in die Wohnung zurückkehrt, muss man unbedingt in den Spiegel schauen, bevor man die Wohnung zum zweiten Mal verlässt.

 

-         Fast jeder Russe glaubt auch, dass schwarze Katzen, die ihnen über den Weg laufen, Unglück bringen. Sollte es so etwas passieren, dann gibt es zwei Möglichkeiten das Unglück zu vermeiden: Entweder einen anderen Weg gehen (einen, der sich nicht mit dem Weg der Katze kreuzt) oder einen Knopf an der Jacke festhalten, wenn ihr ihren Weg kreuzt.

 

        -   Um einem Misserfolg zu entgehen klopft man drei Mal auf etwas Hölzernes. Manchmal spuckt man drei Mal nacheinander über die linke Schulter (oder sagt einfach "tfu, tfu, tfu") mit dem gleichen Zweck.

 

-         Wenn ein Messer auf den Boden gefallen ist, dann ist jemand auf dem Weg zu Euch.

 

-         Leere Flaschen gehören nicht auf den Tisch und werden deswegen sofort unter den Tisch gestellt.

 

-         Wenn aus Versehen Salz ausgeschüttet wird, bringt es Streit in die Familie. Deswegen wird besonders aufmerksam mit dem Salz umgegangen.

 

-         Das Schauen in einen zerbrochenen Spiegel bringt Unglück. Deswegen wird ein zerbrochener Spiegel sofort weggeworfen.

 

-         Spinnen in der Wohnung sollten auf keinen Fall getötet werden - sie bringen Geld ins Haus.

 

-         Man pfeift nicht im Raum - dann „verpfeift“ man sein Geld.

 

 

 

Ein gutes Omen

 

 

Alles, was im Regen anfängt, hat ein gutes Ende.

 

Eine gefundene Münze darf man nur aufheben, wenn sie mit der Adler-Seite nach oben liegt; sollte sie mit der Zahl-Seite nach oben liegen – bringt sie Unglück.

 

Einen Buckeligen auf dem Weg zu treffen bringt Glück, seinen Buckel anzufassen –bringt noch mehr Glück.

 

Es ist ein gutes Omen, wenn man auf dem Weg eine Frau (oder Mädchen) mit vollen Eimern trifft.

 

Geschirr (Porzellan) zerbricht – Glück kommt ins Haus.

 

Ein gefundenes Hufeisen bringt Glück.

 

Der Storch ist ein Glück bringender Vogel, einen Storch zu sehen bringt Glück.

 

Wenn ein Vogel ins Haus herein fliegt – hat der Hauseigner Glück und Geld.

 

Wenn die linke Hand juckt, bekommt man unerwartet Geld.

 

Wenn man am 1. April jemanden foppt, hat man ein Jahr lang Glück.

 

Zwei Löffel in einer Soßenschüssel sagen die Hochzeit voraus.

 

Spinnen in der Wohnung sollten auf keinen Fall getötet werden - sie bringen Geld ins Haus.

 

 

Wenn etwas juckt ...

 

                                 ... muss es nicht zufällig sein.

 

Laut Volksglauben kann es folgende Bedeutungen haben:

  • Wenn die Nase juckt, werdet ihr entweder bald trinken oder geschlagen.
  • Wenn das rechte Auge juckt, werdet ihr bald weinen.
  • Wenn das linke Auge juckt, werdet ihr euch bald freuen.
  • Wenn die Hals juckt, werdet ihr bald feiern oder geschlagen.
  • Wenn die Augebraue jückt, werdet ihr weinen.
  • Wenn die Lippen jücken, wird jemand sie küssen.
  • Wenn die Fußsohlen jücken, liegt eine Reise voe euch.
  • Wenn die linke Hand juckt, werdet ihr bald Geld bekommen.
  • Wenn die rechte Hand juckt, werdet ihr bald einen alten Freund oder Bekannten wieder sehen.

 

 

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Halloween in Russland

 

 

In der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November wird in Russland Halloween gefeiert. Es ist nur 10 bis 15 Jahre her, dass Halloween in Russland bekannt geworden ist und – erstaunlich aber wahr – in so kurzer Zeit ist Halloween eines der beliebtesten Feste in Russland geworden.

Halloween  wurde ursprünglich vor allem in Irland gefeiert und von ausgewanderten Iren nach Nordamerika gebracht. In zeitlicher Nähe zum 31. Oktober wurde auch das keltische Fest Samhain gefeiert, so dass vielfach vermutet wird, Halloween könnte auf keltisches Brauchtum zurückgeführt werden. Diese Herleitung ist jedoch umstritten. Angeblich war es nach keltischem Glauben den Geistern der Toten möglich, an Samhain Kontakt mit den Lebenden aufzunehmen.

Warum ist Halloween in Russland so beliebt geworden?  Diese Diskussion wurde mehrmals in russischen Medien geführt. Manche sagen, Hollywood sei an allem Schuld, die anderen vermuten, dass es daran liegt, dass Menschen die Maskerade lieben und sich gern verkleiden. So oder so, schon bald werden die Kürbisse in Schaufenstern geheimnisvolles Licht ausstrahlen und unzählige Vampire, Hexen, Teufel und Gespenster werden sich auf den Weg zu den Nachtclubs machen, um  ihr Fest zu feiern.