Altrussische Getränke

 


 

Kwas

 

Kwas  (sg), (auch Kwass), Russisch „квас“- ein uraltes Gärgetränk, auch russisches „Brotbier“ genannt, wurde schon in den Aufzeichnungen des 9. Jahrhunderts erwähnt. Nach Russland kam Kwas aus dem Kaukasus. Die Herstellung des Kwas erfolgt durch Vergärung von Brot, Zucker und Wasser. Es ist ein leicht alkoholisierter (0,5-2%) säuerlich-süßer-Trank, der viele Mineralien, Vitamine und Enzyme enthält.

Die Herstellung von Kwas boomt zurzeit, es ist in Europa, Asien und Amerika bekannt geworden. In Deutschland ist es in russischen Lebensmittelläden erhältlich.

 

 

 

Kwas - das Rezept

 

Ich glaube nicht, dass jemand auf die Idee kommt, selbst Kwas zubereiten. Eher spaßeshalber präsentiere ich hier ein altrussisches Rezept für Kwas Zubereitung:

 

Man gebe 20 Pfund (ein Pfund = 409,5 g) Roggenmalz (8 kg) und 2 kg Gerste Malz in einen Eisentopf und stelle diesen bis zum Abend in den heißen Ofen. Dann nehme man dieses Malz heraus und lege es in ein Fass, gebe sieben Eimer kaltes Wasser dazu und  vermische alles gut. Mann lasse das Ganze abstehen und gieße es in anderes Fass ab.

Man gebe 400 g Weizenmehl, eine Tasse Hefe und drei Flaschen warmes Wasser in einen Topf, gut vermenge in gebe in den Fass zu Kwas.

Man nehme einen Topf Kwas, gebe ein viertel Pfund Minze dazu,  koche es auf und gebe es in das Fass.

Man nehme noch einen Topf Kwas, gebe 2 kg Zucker dazu, koche es auf und gebe es in das Fass.

Nach der Gärung, wenn Blasen auf der Oberfläche zu sehen sind, gieße man das Kwas in Flaschen, lege in jede Flasche eine Rosine und korke die Flaschen zu. Kalt aufbewahren.

 

 

Medowucha

 

Medowucha  (sg), Russisch „медовуха“- ist ein altrussisches alkoholhaltiges Getränk (gewöhnlich 8-16%), das aus dem Honig durch Gärung zubereitet wurde. Der Name  kommt vom Russischen „мед“, was im Deutschen „Honig“ bedeutet.

 

In alten Zeiten waren Getränke aus Honig sehr verbreitet. Die Germanen nannten das Honiggetränk „Gottesgabe an die Menschen“, in Alt-Skandinavien war es „Gabe von Odin“. Bei den Slawen war es ursprünglich ein Ritualgetränk, das sich mit dem Fluss aus dem Jenseits assoziierte, wo, wie man weiß, Flusse aus Milch und Honig fließen.

 

Die Zubereitung war sehr aufwändig: Honig gärte 15 Jahre lang in Fässern. Ab dem 11. Jahrhundert wurde eine andere Methode bekannt – die Zubereitung der Medowucha durch Aufkochen, damit war sie in einem Monat fertig. Im 17. Jahrhundert wurde immer weniger Medowucha gekocht, da sie vom Wein verdrängt wurde.

In den letzten Jahrzehnten erlebte Medowucha eine Wiedergeburt und ist jetzt in unzähligen Sorten aus Honig, Beeren oder deren Mischung erhältlich. Es gibt heutzutage alkoholfreie Medowucha oder Medowucha, die mehr als 16% Alkohol hat.

 

 

Medowucha - das Rezept

 

10 l Wasser in einem Topf oder Eimer aufkochen, 1,5 kg Honig dazu geben und bei ständigem Rühren 3 bis 5 Minuten kochen lassen. Schaum entfernen,10 g Hopfenzapfen dazugeben, gut mischen, vom Herd nehmen, zudecken und abkühlen lassen.

3 g Hefe mit süßem Wasser vermengen, gehen lassen, zu der warmen Honigmischung geben und bei Temperaturen von 22-24 Grad gären lassen .

Nach fünf Tage die Medowucha durch den feinen Filter (oder durch ein mit einem Küchentuch belegtes Sieb) in die Schraubenflaschen gießen. Jede Flasche nur zu ¾ auffüllen. Jeden Tag die Flaschen aufschrauben und die Luft heraus lassen. Medowucha ist in vier bis fünf Tagen fertig und 2 bis 3 Wochen im Kühlschrank haltbar.

 

 

Sbiten

 

Sbiten  (sg), Russisch „сбитень“ oder „збитень“- ist ein heißes, alkoholfreies oder alkoholhaltiges Getränk aus Wasser, Honig und Gewürzen, manchmal auch mit Kräutern.

Zum ersten Mal wurde Sbiten in den Annalen des Jahres 1128 erwähnt.

Da Sbiten den Körper erwärmte, wurde es hauptsächlich im Winter getrunken. Ausländer, die Russland zur Herrschaftszeit Peters des Großen besuchten, hatten alkoholhaltiges Sbiten daher manchmal als „russischen Glühwein“ bezeichnet.

Das fertige Getränk wurde in Russland traditionsgemäß in einem Samowar serviert und aus Tassen getrunken. Seit dem 17. Jahrhundert wurde Tee in Russland bekannt und Sbiten völlig verdrängt.

 

 

Sbiten - alkoholhaltiges Rezept

 

1 l Wasser und 150 g Honig in einem Topf aufkochen, Nelken, Zimt, Ingwer, Kardamom und Lorbeerblatt dazugeben und 5 Minuten köcheln lassen.

200 ml  Rotwein dazu geben, noch eine Minute köcheln und vom Herd nehmen. 150 g Zucker in einer Pfanne leicht bräunen, zu Sbiten geben, gut mischen und filtern. Heiß servieren.

 

Bei Erkältungen Minze, Himbeer- und/oder Schwarze Johannisbeerblätter und/oder Lindenblüten zu Sbiten geben, gleichermaßen vorgehen, 30 Minuten ziehen lassen.

 

 

 

 

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